Wikinger erfogreich auf Deutschen Meisterschaften

Im August wurden in Duisburg und Mannheim die Deutschen Meisterschaften im Kanurennsport ausgetragen, Corona bedingt nach Altersklassen getrennt. Während in Duisburg die Junioren und die Leistungsklasse die Titel ausfuhren, starteten in Mannheim die Jugendfahrerinnen und Fahrer der Jahrgänge 2004 und 2005. Ist die Meisterschaft normalerweise ein großes Come Together der Rennsport Szene, so waren die Rahmenbedingungen dieses Jahr sehr ungewöhnlich, wenn auch sehr gut organisiert. Zwar waren keine Zuschauer zugelassen, aber durch eine Liveübertragung im Internet konnte jeder die Rennen anschauen, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde.

Der Kanu Club Wiking Bochum ist mit einer Delegation von 5 Sportlern nach Duisburg gereist. Die Vereine hatten sich mit dem Verband darauf verständigt, nur die stärksten Athleten zu entsenden, um den Rahmen nicht zu sprengen und die nötigen Abstands- und Hygiene Regeln einzuhalten, unter den aktuellen Gegebenheiten eine sinnvolle Maßnahme. So ruhten die Hoffnungen in diesem Jahr vor allem auf David Bauschke. David reiste als einer von drei Favoriten nach Duisburg, nicht zuletzt aufgrund der im letzten Jahr erkämpften Bronzemedaille bei der Junioren Weltmeisterschaft. Und David wurde der Favoritenrolle voll gerecht. Nachdem er auf der bei ihm unbeliebten Sprintstrecke über 200 m nach einem tollen Rennen den vierten Platz einfuhr, konnte er über seine Paradestrecke 1.000 m voll überzeugen und holte sich den Meistertitel mit riesigem Vorsprung. Da auf den Olympischen Spielen im Canadier nur noch 1.000 m Rennen gefahren werden, ist diese Strecke natürlich am wichtigsten. Auf den letzten Spielen in Rio holte Sebastian Brendel die Goldmedaille nach Deutschland, und David hat sicher das Potential, hier in Zukunft ein Wörtchen mitzureden, wenn der deutsche Starter ermittelt wird. Zwar kommt Tokio im nächsten Jahr noch zu früh, David ist aktuell noch Junioren Fahrer, aber eine Nominierung für die U 23 Nationalmannschaft ist höchst Wahrscheinlich. Im abschließenden 500 m Rennen lief es für den Wikinger Kanuten etwas unglücklich. Er setzte den 1. Schlag am Start eine Milisekunde zu früh, was sein Boot aus dem Startschuh zurück drückte. So war er kurz nach den ersten 50 m fast eine Länge hinter dem Führenden. Auf der Strecke konnte er den Vorsprung fast wieder aufholen, hatte dann aber keine Körner mehr für den Endspurt, so dass es hier nur für Silber reichte.

David Bauschke hat sich mit dieser überzeugenden Leistung einen Platz im Kader für die Olympic Hope Games in Ungarn gesichert, wo er Anfang September auf jeden Fall den 1.000 m einer für Deutschland fahren wird. Ob er auch über die 500 m Strecke an den Start geht, wird sich im Trainingslager in Kienbaum entscheiden, wohin David direkt im Anschluss an die Deutsche Meisterschaft gereist ist. Für den internationalen Saisonhöhepunkt ist David wieder von der Schule befreit, was auch nicht einfach ist, muss er doch im nächsten Frühjahr seine Abiturprüfungen ablegen. Also ist in Kienbaum nicht nur Training, sondern auch Büffeln angesagt.

Bei den Jugend Meisterschaften in Mannheim haben die Wikinger 3 Teilnehmer angemeldet, wobei Mia-Lucy Rottmann eigentlich noch Schüler A Fahrerin ist, aber mit Ihrer Schwester Lil-Yana zusammen im Kajak Zweier an den Start ging. Erwartungsgemäß konnten sich die beiden bis in die jeweiligen Zwischläufe vorkämpfen, waren dann aber den älteren Booten unterlegen. Hier ist aber für die nächste Saison mit besseren Erfolgsaussichten zu rechnen.

Besonders überzeugen konnte hier Phil Plessmann, der sich langsam aber sicher als das nächste Talent aus dem Bochumer Süden herauskristallisiert. Phil hat sich in dieser Saison so enorm verbessert, das er aktuell im NRW Kader ist und auf der Deutschen im C2 über 500 m mit seinem Zweierpartner Max Hasenack aus Wuppertal die Bronze Medaille gegen die starke Konkurrenz aus Ostdeutschland erringen konnte. Auch im Canadier Einer fuhr Phil Plessmann 2 hervorragende Rennen und wurde 5. Über die 200 m sowie 6. Über die 500m. In beiden Läufe schnitt er als bester Fahrer aus NRW ab. Schade, das Corona bedingt in diesem Jahr die Landesmeisterschaften ausfallen mussten, hier wäre der Wikinger sicher Titelanwärter gewesen. Für die Zukunft ist auf jeden Fall mit ihm zu rechnen.  

Sport in Corona Zeiten

Als im März der große Shutdown kam, war nicht absehbar, welche Folgen auf den Kanu Club aus Bochum Stiepel zu kommen würden. Jetzt, fast 4 Monate später ist zwar immer noch nicht ganz klar, wie es mit dem Leistungssport weiter geht, aber die Aussichten haben sich deutlich verbessert.

Nachdem es zwischenzeitlich so aussah, als würde es 2020 gar keine Wettkämpfe mehr geben, sind jetzt zumindest Planungen für Regatten gestartet worden. Das ist vor allem für die Sportler eine sehr gute Nachricht, leben diese ja speziell für die Wettkampf Situation. 

Seit dem im Mai, durch den Beschluss der Landesregierung, kontaktloser Sport in Vereinen wieder freigegeben wurde, keimte im Bochumer Süden wieder Hoffnung auf. Innerhalb eines Tages konnte der KC Wiking den städtischen Behörden ein Corona Konzept vorlegen, das auch noch am gleichen Tag abgesegnet wurde. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Bochum und der Freizeitgesellschaft Kemnade, die für die Bootshalle Gibraltar am Kemnader See zuständig ist, war sehr konstruktiv. Einen Tag später konnte der Trainingsbetrieb unter Corona Bedingungen starten, zwar nur in kleinen Gruppen und mit viel Abstand, aber immerhin. Hier war jetzt die große Frage, wie die Sportler die Zwangspause überstanden hatten, und, vor allem bei den Nachwuchs Kanuten, ob alle ins Training zurückkommen würden. 

Beide Fragen konnten in der Zwischenzeit positiv beantwortet werden. Die Anzahl der aktiven Sportler ist gleich geblieben. Die meisten hatten sich während der Verbotszeit eigenständig nach Plänen des Trainerteams fit gehalten und sind mittlerweile gut in Form.

Ende Juni, also einige Corona Verordnungs Lockerungen später, organisierte der Verein eine Vergleichstraining unter Wettkampf Bedingungen mit der KSG Wuppertal auf dem Kemnader Stausee. Mit Wuppertal und den Wikingern waren immerhin die beiden führenden Canadier Vereine 

Aus NRW am Start.  Wenn dies auch keine offizielle Regatta war, so können sich die Ergebnisse sehen lassen. Bei den Junioren, die gemeinsam mit den Sportlern der Leistungsklasse an starteten, siegte einmal mehr David Bauschke. David ist zur Zeit in unglaublich guter Verfassung auch ohne Wettkampf Praxis. Da freut es den Verein besonders, das der DKV im Juli und August Ranglisten Wettkämpfe ausfahren will, bei denen dann auch die deutsche Meisterschaft ausgetragen werden soll. Natürlich nicht in üblicher Form, sondern unter Ausschluss der Öffentlichkeit, nur mit einer reduzierten Anzahl an Sportlern , räumlich getrennt nach Altersklassen, aber immerhin. Für den September ist sogar eine internationale Juniorenregatta im Rahmen der Olympik Hope Games geplant. Wenn das so kommt, ist David einer der heißen Medaillen Aspiranten, was er sich vor allem mit viel Disziplin, in der Corona Zeit redlich verdient hat. 

Für den Juli ist jetzt seitens des Kanu Verbands NRW ein Trainingslager in Duisburg geplant, an dem neben David Bauschke auch noch die beiden Wikinger Greta Dockenfuß und Phil Pleßmann teilnehmen dürfen. Phil Pleßmann kann man dabei als positive Überraschung ansehen. 

Bei dem Vergleichstraining mit Wuppertal hat er derart überzeugt, dass sich das Trainerteam für Phil einsetzte und seine Nominierung erreichen konnte. Auch hier hat sich das disziplinierte Training in den letzten Monaten ausgezahlt. 

Bei den noch jüngeren Jahrgängen der Schüler A und B hatten die Wikinger ein breites Feld von 16 Sportlern an den Start geschickt. Besonders überzeugen konnten einmal mehr Johann Fuhrmann bei den Schülern A sowie Judith Mühlenkamp und Hjördis Dockenfuß bei den Schülern B . Speziell für diese Altersklasse war das gemeinsame Training ein Highlight, das von allen wie ein echter Wettkampf angegangen wurde. 

Zwar sind die Rahmenbedingungen aktuell alles andere als normal, aber bei den Wikingern hat keiner Angst vor der Zukunft. Den meisten Sportlern bescheinigt das Trainerteam großes Potential, und alle sind positiv gespannt, mit welchen Ergebnissen in diesem Jahr noch zu rechnen ist.